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16.Etappe: St. Louis - Banjul

Am Morgen lief noch alles nach Plan. Fast pünktlich ging es in St.Louis los.

 

 

Links den Sonnenaufgang mit halbem Auge im Blick, kam nach einigen Kilometern der erste geplante Halt an der Tankstelle. Alle voll getankt weiter nach Plan in Richtung Dakar, die Stadt im Namen der Rallye, die keiner auf dieser Reise kennen lernen wird.

 

Doch plötzlich wieder rapider Leistungsverlust beim Hyundai Galopper von “Miriquidi goes Afrika”. Also geht auch dieses Problem in die zweite Runde. Die Reparatur des Dieselfilters hatte nichts gebracht. Das schon oft erfolgreiche “Schrauberteam” dieser 16ten Rallye begab sich sofort auf Ursachenforschung.

 

 

Zuerst wurde die Einspritzpumpe getestet, indem aus einem Kanister Diesel direkt in die Einspritzpumpe befördert wurde

 

 

Als nächstes kam der Ladedruck dran. Mit dem Ergebnis er reicht nicht aus. Jetzt musste eine Lösung her, die Bastler waren gefragt.

 

Am Ende hatte dieser Hyundai eine zusätzlich Pumpe, die über die Scheibenwischanlage betrieben werden kann und bei Bedarf Diesel in die Einspritzpumpe leitet.

Jetzt ist Rico stolzer Besitzer eines Hyundai Marke Spezialrallyebau.

 

 

Einige Kilometer später ging es dann für alle, die noch nicht genug hatten von Dreck unter den Rädern und Staub im Rallyepilotengesicht ins Gelände. An Feldern vorbei, durch Dörfer und an winkenden Menschen vorbei. Man musste jedoch genau hinschauen, denn alles verschwand im dichten Pistenstaub.

 

 

Am Ende der Piste gab es das eine oder andere Geschenk für die Dorfbevölkerung. Vor allem um “Die Wüstlinge” bildete sich eine dichte Traube von Müttern mit ihren Kinder, Jugendlichen und Männern.

 

 

Weiter, Asphalt unter den Rädern unserer Rallyeboliden, in Richtung Kaolack. Dort erreichte uns auch die Nachricht, dass die Einreise nach Gambia direkt in Farafenni möglich ist (in unmittelbarer Nähe der Fähre), was uns einen Umweg von 150 Kilometern ersparte und ein paar Liter Kraftstoff.

Moe´s Taverne (“Springfield Racingteam 1“) nahm das wortwörtlich und ließ direkt ein bisschen Kraftstoff ab. Nicht ganz freiwillig allerdings. Ein Verbindungsschlauch am Tank war undicht geworden. Der wurde abgedichtet und weiter ging die rasante Fahrt.

Jetzt stand uns noch das “senegalesische Schlaglochbingo” bevor, von dem keiner vorher weiß wie schlimm es wirklich kommt. Und diesmal kam es schlimm.

 

 

Der Kühler von Jörgs Golf (Team “Desert Dance DD”) musste als erstes dran glauben. Ein Schlagloch zu viel und schon leckte der Kühler. Es tropfte fröhlich vor sich hin, aber Jörg ließ sich nicht beirren, schüttete ab und an etwas Wasser nach und heizte weiter.

Wie das so ist beim Schlaglochbingo - man weiß nie, wann das nächste Schlagloch kommt, aber es kam.

Öltropfen vermischten sich mit Wassertropfen und markierten den Wegm den der Golf nahm.

Das konnte Jörg jetzt nicht mehr so locker nehmen, denn eine aufgeschlagene Ölwanne bedeutet das vorläufige Ende der Reise. Zumindest aus eigener Kraft kam der Golf nun nicht mehr vorwärts. Bis zum “Blue Kitchen” kam der Golf an die Leine und ihm steht nun noch ein Werkstattbesuch bevor, bis er am Sonntag mit allen anderen Rallyeboliden an der Versteigerung teilnehmen kann.

Endlich kam die asphaltierte Strasse wieder in Sicht und mit ihr auch schon die Grenze. Hier ging es gewohnt schnell, denn Heinz von DBO hatte schon alles vorbereitet.

 

Am Gambia-River dann das nächste Unglück. Beim Auffahren auf die Fähre war das Bodenblech am Renault Espace (Team “Kö 3 Kamelreiter”) im Weg und wurde so sehr verbogen, dass es den Kühler erwischte.

Der vorbereitete Rallyepilot zaubert in so einem Fall einen Ersatzkühler hervor. Über 7000km lag der Kühler in seiner Originalverpackung bequem im Renault und hatte nun seinen großen Auftritt.

 

 

Die Reste des Bodenbleches wurde mehr oder weniger gewaltsam entfernt, dann der alte Kühler abmontiert und der neue befestigt.

Zur selben Zeit wurde das ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Bodenblech am Chrysler (Team “Marzipanbande 2”) mit Kabelbinder am selbigen wieder befestigt.

Jetzt mussten wir noch ca. 150 km bis nach Sukuta zum “Blue Kitchen” fahren, ein Teilstück davon auch Piste. Und das alles im Dunklen.

Plötzlich stand der Renault Espace schon wieder am Straßenrand. Das Hitzeschutzblech des Auspuffs war bei der Fährauffahrt samt Bodenblech leicht nach hinten geschoben worden. Jetzt hatte es die Achsmanschette beschädigt. Ein paar Schläge mit dem Hammer und alles war gerichtet.

 

 

Es konnte weiter gehen.

Ein paar Kilometer später fiel beim Chrysler fast der Auspuff ab. Ein Teil wurde abmontiert, der Rest wieder befestigt.

 

 

Den Chrysler klebte das Pech jedoch weiter an der Karosse, denn kurze Zeit später kochte das Wasser im Kühler. Der Kühlervorfilter hatte wieder mal den Geist aufgegeben.

Bis das Kühlwasser wieder etwas abgekühlt war, wurde der Chrysler geschleppt. Nach Wasser auffüllen ging es aber selbstständig weiter bis zum “Blue Kitchen”.

Doch noch hatten wir es nicht geschafft. Das schönste Auto der Rallye, der VW Passat des Teams “Juffure” wurde von einem LKW gestreift (kein Witz).

Dabei wurde die gesamte Fahrerseite lädiert. Zum Glück ist nicht mehr passiert. Erika und Philipp saßen am Ende des langen Tages (reichlich 16 Stunden waren wir on the Road) mit allen anderen im “Blue Kitchen” und freuten sich des Lebens.

 

 

Das Fazit der letzten Etappe: Fast so viele Pannen wie auf allen anderen Etappen zusammen. Die ein oder zwei Reifenpannen, die es heute gab wurden ja noch gar nicht erwähnt. Oder Kleinigkeiten, wie Scheibenwischanlage bei “Yolo”. Und so zeigt sich mal wieder es ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist.

Oder O-Ton MS-Robert: “Alles geht wenn nichts steht”

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Video-Tagebuch



Kommentare: 4

Kommentar von Robert // 29.11.2013

Ich finde die Seite echt toll. Aber machts doch nicht so spannend, der ein oder andere macht sich nach diesem halben Bericht Sorgen um seine Angehörigen. Man will doch wissen, wieviel trampende Kamel überfahren wurden :-)

Kommentar von Elle und Biene // 29.11.2013

EINE TOLLE REISE HABT IHR VERRÜCKTEN GEMACHT,
WIR HABEN GEFIEBERT UND AUCH UNSERE SPÄßE GEMACHT!

MIT EUREN TOLLEN FOTOS UND REISEBERICHTEN WAREN WIR AUCH DABEI,
SO VIELE HEIKLE SITUATIONEN UND ES GING SO MANCHES AUTO ENTZWEI!

GLÜCKLICH, KAPUTT, LÄDIERT UND STOLZ SEID IHR NUN AM ZIEL,
GENIEßT EURE LETZTEN TAGE UND ERZÄHLT UNS RECHT VIEL!

GRÜßLE ELLE UND BIENE

Kommentar von Uli und Bärbel // 30.11.2013

Gratulation an alle,
besonders an die vielen Schrauber und die Org's. Große Hochachtung und Dank an Peggy für die tollen Berichte und die prima Fotos. Hoffentlich bist Du im Herbst 14 auch wieder dabei? Wir höchstwahrscheinlich!
Sachsenoldies 2

Kommentar von Claudia // 30.11.2013

Gruss an die beiden Nermbercher mit dem schönsten Auto, die ja eigentlich doch noch Glück hatten! bis bald

die Nachbarin aus Fischbach

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