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Rallyetagebuch - Tag 4: Etappe 3 Nîmes - Valencia



Wir kommen nun mit Vollgas und Karacho zum Verkehrsservice. Die Lage in Frankreich hat sich beruhigt. Die wilde Horde ist weitergezogen. Die Rallyerosenmontagspolonäse von Dresden nach Banjul sorgt derzeit für Trubel in Spanien. Passen Sie Ihre Fahrweise der bunten Truppe an. Fahren Sie also genauso gutgelaunt und äußerst entspannt, fotografieren Sie sich gegenseitig. Außerdem kommt es bis MIttwoch im Mittelmeerraum zu Ansammlungen auf Parkplätzen und an Tanksäulen durch Neugierige. 

 

Und damit wir unser Kilometerpensum schafften, waren wir zeitig auf den Beinen und auf Achse. (Ohne Eiskratzer gebraucht zu haben.) Morgens um 8 war der Hotelparkplatz am Start in Frankreich schon so gut wie leer. Frei nach bester Gute-Laune-Lieder-Art ging es ab in den Süden. 

 

Spanien



Und der Sonne hinterher. Das darf schon verraten werden: Erfolgreich hinterher!! Zwischenzeitlich polterte der Wind mal wieder eifrig an Aufbauten und Bussen, schaukelte uns durch und ließ uns die Lenkräder fester packen. Und die Pusterei auf spanischem Boden hatte auch weiter oben Folgen. Schnell waren die dicken Wolken wie weggeblasen. Die dicken Sachen unterm Gurt weggewurschtelt und über den Kopf direkt nach ganz hinten ins Auto geworfen. Von der ganzen Heizungsbläserei während der coolen Kilomter der vergangenen Tage klagten manche schon über trockene Nasen und Kehlen oder trockene Lippen. Seit heute blinzeln wir genüsslich ins Sonnenlicht. Ein Kribbeln auf den Unterarmen lässt gar über erste Sonnenbrandgefahr grübeln. Bei diesem ungewohnten grellen Licht war der ganz schnelle Griff zur Sonnenbrille gefragt. 

 

Blendend



Erste palmen sausten an den Seitenfenstern vorbei. Wurden bestaunt und besichtigt. Auch Olivenbäume.  Kühles Nass hatten wir vor der Nase. Kleine Boote. Große Schiffe. Richtiges Meer. Und große (Etappen-)Ziele vor Augen. Abstecher waren aber auch dafür durchaus drin. So ließ sich unter anderem das 459-Team "hätten abbiegen müssen" eine Portion Mittelmeer um die Nase wehen. Und Holger und Pia waren noch in einem ganz besonderen Ort: Pia war im Ort Pia! 

Pia in Pia

 


Wenn wir nicht so ordentliche Leute, so anständiges fahrendes Volk, wären, müssten wir eigentlich glatt nochmal zurück und für Pia das Ortsschild abschrauben. Als kleine Erinnerung - später überm Sofa. Oder jetzt auf der Motorhaube. Machen wir aber nicht.  Höchstwahrscheinlich.

"Tschantalle plus" - das Unaussprechlichen-Mobil wurde heute fremdgsteuert. Das Mainhattan Racing Team wollte das einzigartige Fahrgefühl auch mal auskosten. Dabei wurde ein Zirkus auf dem Asphalt gesichtet. Kommentar - noch dazu oberpassend, weil Tschantalle heute endlich mit Startnummern und Sponsorenlogos beklebt wurde: "Aber der war nicht so bunt wie unser Wanderzirkus!" Recht so. Hier rollen die ganz großen Attraktionen. "Kommen Sie ran, kommen Sie näher. Ja, wir meinen das ernst. Das da mit den Aufklebern von Afrika auf dem Blech. Wir sind nicht so für pauschal und so." Ja, wir geben gerne Auskunft über unser Vorhaben, wenn wir neben Wohmobilen und Butterfahrtbussen abparken, in denen sich die Insassen auf Autobahnparkplätzen die Hälse verdrehen, wenn wieder ein Pulk knallbunter Rallyewagen heranrollt. Mittlerweile finden sich bei uns Reisegruppen und Interessengemeinschaften rund um Besichtigungen und Abstecher. 


Ein Rieseninteresse haben wir alle gemeinsam: Die Zeit genießen. Das Erlebnis überhaupt, das Abenteuer fürs Leben auszukosten. Die große Wüste steht zwar noch bevor. Aber schon jetzt gibt die kleine Auszeit von Alltag und "normalem Leben" ein ganz besonderes Gefühl. Das "Blaubär-Trio 2" prostete sich mit einem Käffchen sicherlich auch darauf zu, erfreute sich außerdem an echter spanischer Paella bei angenehmen 15 Grad. 

 

 

Blaubärpause

Vom Team "Der Dicke und der Belgier" wurde uns ebenso zugetragen, dass sie absichtlich auf Abwegen waren. Zum einen eiferten sie der großen Dakar-Rallye aus früheren Zeiten nach und stoppten in Paris für ein obligatorisches Foto vor diesem berühmten Turm. Zum anderen genehmigten sie sich ein üppiges Mahl am Mittelmeer. Da wurden also auch etliche Meilen abgespult. Frische Brise inklusive.

 


Erfrischung ganz anderer Art ist jeden Tag bei den Dust Fighters Pflicht . Das Team 426 schwappert täglich Wasser unter der Haube nach. Heute allerdings fanden wir sie  hinter Barcelona mit geöffneter Motorhaube am Rand der Autobahn.

 

Team 426

 

Flo hatte den Kühlerdeckel nicht wieder an den dafür vorgesehen Ort geschraubt. Damit kam Luft ins Kühlsystem, setzte den Thermostat außer Gefecht. Aufatmen bei allen, die davon mitbekamen. Am Abend stand der 426-Bolide ordnungsgemäß auf dem Hotelparkplatz in Valencia. 

 


Klingende Namen finden wir da hinter dem Hotel. Die "Sandflöhe" zum Beispiel. Und auch das F-Team, das nun in unserer Mitte rollt. Wir finden zusammen. Auch wenn sich die 424er mit ihrem F-Team-Frontera Sorgen ums Gefährt machten Der Wagen nahm zwischenzeitlich ungern Gas an und so suchte man sich sicherheitshalber Geleitschutz bei einem Servicefahrzeug.

 

Team 424

 

 

Abhilfe schaffte der Stoß durch die Karosse bei der Fahrt durch ein Schlagloch. Na, wenn das alles ist. Dann warten noch einige Motoranschubser. Die Jungs jedenfalls auch erfolgreich am Etappenziel Valencia angekommen. Hier beobachteten wir noch Feintunig bei 416-Team "Ralphs Werkstatt".Hören, dass die "Escalators" schon am Etappenziel von morgen angekommen sind und im Zelt auf dem Campingplatz auf Motorenbrummen einer nahenden Rallyekarawane horchen. Auch "Men on a Mission" sind uns schon voraus. Auch Team Wolfsburg rollt weiter auf anderen Wegen Richtung Süden. 
Wir tasten uns über ca. 755 Kilometer am Dienstag also mal langsam an den Fährhafen und werden in San Roque einen Halt einlegen mit erster Outdoorübernachtung. Wobei: Wenn wir hier in Valencia schon wieder sehen, wie eigene Kuschelkissen hinterrücks am Zipfel gepackt mit auf die Hotelzimmer geschleppt werden, dann ist das Wohlfühllevel vielleicht noch zu hoch. Wir sind gespannt. Auch auf die Außentemperaturen weiter südwärts.
In der Fotogalerie findet Ihr übrigens auch Andorra Bilder von den Teams 419, 437/438. Bei den letztgenannten werden wir vielleicht noch ins Detail gehen, was die Sonderausstattung "Dune-Turtle-Motorraumbeölung unter Mithilfe eines überbrückten Lüfters" angeht. Da leckt wohl der Wellendichtring der Kurbelwelle bei einem der Turtleflitzer. Rundherum dreht oder kurbelt hier gar nichts mehr. Im Hotel zieht Ruhe ein. Wir tanken Kraft. Morgen wieder Sonne. Und Diesel. 

Foto-Galerie

Video-Tagebuch



Kommentare: 14

Kommentar von Chris601 // 12.02.2013

Es ist toll zu lesen wie es bei euch jeden Tag wärmer wird.
Gute Reise und viel Spaß wünscht ein Teilnehmer der 2015er Rallye!

Kommentar von MurmelTeam _ // 12.02.2013

Wir grüßen die fröhlich rollende Truppe! Konnten leider nicht zum Winken kommen. Waren im Schnee. Besondere Grüße an die Blaubären-Mama und ihre Bärenkinder!

Kommentar von Heike und Lothar // 12.02.2013

schickt bitte ein paar Grad+ in Richtung Thüringen - wir wünschen den Raicing "Adlern" + "Spatzen" guten Flug zu den Affen von Gib.....

Kommentar von Nici // 12.02.2013

Das ist wieder mal ein Traum früh den ersten Bericht zu lesen. Drück euch die Daumen und lasst euch die leckeren Spanischen Oliven schmecken.
LG an die Blaubärs und an das tapfere Königsteam - die Tschantalle hat nur die obligatorischen Europa Problemschen, das wird wieder. Lasst rollen!!!

Kommentar von Doro // 12.02.2013

heute Nacht bekam ih die Nachricht vom Team der Dicke und der Belgier: "Wir sind in Spanien an unserem Zielcampingplatzvor der Fähre gut angekommen. Damit ist Europa mit 3229km abgehakt.

Kommentar von thomas booz // 12.02.2013

Hallo Rallye Tross,

das Team JETZTODERNIE hat gestern einen Besichtigungstag in Granada eingelegt. Die Alhambra ist trotz des eisigen Winds einen Abstecher wert!
Wir fahren heute noch in Richtung Torreguadiaro, irgendwo zwischen San Roque und Algaciras.
Der bunte Bus rollt.
Wir sehen uns am Mittwoch an der Fähre.
Inshallah

Kommentar von maurice de volder // 12.02.2013

Daniel fast in der Löwengrube :-)

Kommentar von maurice de volder // 12.02.2013

http://www.youtube.com/watch?v=mbZEmOyTkl0

Kommentar von Team Men-on-a-Mission // 12.02.2013

Hallo vom Team Men-on-a-Mission
Wir sind bereits heute Mittag in Algeciras angekommen. Wollten noch die Affen auf Gibraltar ansehen, haben wir jedoch nicht geschafft, da dort die halbe Welt hin will und wir hatten keinen Bock im Stau zu stehen Haben dann ein schönes Zimmer im Mariott bezogen und werden uns bis Morgen etwas Erholen. Freuen uns auf Morgen, wenn wir alle am Fährhafen treffen.
Grüße Peter und Uwe

Kommentar von Silvia Mender // 12.02.2013

Liebe Grüße aus Erfurt an das Team " Erfordia 2013 ". Gute Fahrt .....

Kommentar von Jeremy Kurt // 12.02.2013

Gruß an Opa Manfred und Onkel Siegfried und viel Spaß beim Sonne tanken

Kommentar von elke frei // 12.02.2013

hallo ihr spananier, total neidisch auf sonne , meer und plustemperaturen. hier kalt, schnee und grau.wuensche eine ruhige ueberfahrt, gruesst die sonne. liebe gruesse an meine men-on- a- mission, sonnenmilch nicht vergessen.

Kommentar von Tino Reinhold // 12.02.2013

Hallo Bärbel, ich bin`s der Tino März2010 The Pitty´s jetzt die 419. Ich hatte gehofft dich nach drei Jahren mal wieder zu sehen. Wir waren auch im Schnee. Gestern in Andorra. Lg an dich und deinen Mann.
Tino/Torsten

Kommentar von #82 // 12.02.2013

"Unser" blauer Bus fährt nach Afrika, wenn das Axe wüßte ! Das waren meine ersten Gedanken, als ich am Freitag den Artikel in der SZ entdeckte. Ich mußte mir nicht nur eine Träne aus den Augen wischen. Der "Blaubär" hat uns viele,viele Jahre nicht nur auf sächsische Rennstrecken begleitet, den Geruch von Motorenöl werde ich nie vergessen. Umsoschöner ist es, das er noch tausende Kilometer weiterrollen wird.Und ich weiß genau, wie der Bus im Wind schaukeln kann :-).
Viel Glück, weitere unvergessliche Tage mit tollen Erlebnissen, reparaturfreies Fahren und immer ausreichend Diesel und Benzin im Tank wünsche ich dem Team Blaubär und allen Teilnehmern. Wir werden eure Reise weiterhin verfolgen!

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