// zurück zur Übersicht

Projekte

In den letzten Tagen besichtigten wir ein paar Projekte der DBO. Und schon auf dem weiten Weg nach Gambia konnten wir die Augen vor der allgegenwärtigen Armut nicht verschließen.

Spätestens jetzt weiß jeder warum wir uns das alles angetan haben.

 

Am Samstag waren wir in Gunjur und haben uns das "Kundembo"-Projekt angesehen. Hierbei handelt es sich um eine Healthpost (Krankenstation) und ein Aufklärungszentrum.

Sol, dem Leiter des Projekts, liegen vor allem die Aufklärung Jugendlicher und Erwachsener über Sexualität, Gesundheit, Hygiene, Verhütung (Schwangerschaft, Krankheiten), Pupertät, Impfungen und Beschneidung sehr am Herzen. Über diese intimen Themen wird in den Schulen oder auch zu Hause kaum oder gar nicht gesprochen. Das Interesse an diesem Thema ist jedoch sehr groß, so das schon der erste Kurs in Brikama ein voller Erfolg war.

 

Sol geht in Dörfer und Schulen um für sein Projekt zu werben und in seine Kurse einzuladen. Da Sol selber Gambier ist wird er ernst genommen und kann diese sensiblen Themen weiter vermitteln. Manchmal veranstaltet er Fußballspiele da dieses Medium viele Menschen zusammenbringt. Im Anschluss nutzt er die Gunst der Stunde für seine Aufklärungsarbeit.

 

Seit einiger Zeit gibt es eine Näherei, in der Frauen den Umgang mit den Nähmaschinen lernen. Die bunten Produkte können sie dann verkaufen. Momentan werden Taschen genäht um diese in Deutschland zu verkaufen.

Die Rallyeteilnehmer konnten in der Näherei viele verschiedene teils antiquarischen Nähmaschinen bewundern.

 

Ursprünglich plante Sol eigentlich nur ein Aufklärungs- und Skillcenter. Dann kamen viele Bewohner der umliegenden Dörfer in der Annahme es handle sich um eine Krankenstation. So entstand der Plan eine solche zu integrieren. Die Krankenstation hat in den vergangenen Jahren schon Tausenden Patienten geholfen. Bei ernsteren Krankheiten besteht die Möglichkeit die Patienten mit dem Krankenwagen (gespendet vom Königsbrunn e.V.) in ein Krankenhaus zu bringen.

 

Es wurden Brillen, Medikamente und andere medizinische Hilfsmittel überreicht. Außerdem hatten die „Wüstekoggen“ Fußbälle und Trikots dabei.

 

Im Anschluss haben wir die Kobisalaschule in Sanyang besucht. Die Kinder waren extra - Samstag ist eigentlich Schulfrei - gekommen um uns ihre Schule zu zeigen.

 

Die Kobisalaschule (Nurseryschool/Vorschule) ist eines der ersten von der Rallye bzw. der DBO gesponserten Schulprojekte. Zur Zeit macht Buba der Schulleiter eine Weiterbildung die ihn dazu befähigt auch eine Secundaryschool (reguläre Schule) zu führen. Dazu arbeitet er auch noch in einer staatlichen Schule. Angefangen hat die Schule mit einem Klassenraum. Inzwischen sind es zehn.

 

In Gambia besteht eine Schulpflicht , aber die Vorschulen (Nurseryschool), in denen die Kinder u.a. Englisch lernen, werden vom Staat nicht finanziert. Die englische Sprache ist jedoch Grundvoraussetzung um in den regulären Schulen dem Unterrichtsstoff überhaupt folgen zu können. Zu Hause wird meist Mandinka gesprochen, so das die meisten Kinder sich nicht auf englisch verständigen können.

 

Bei unserer Ankunft sangen die Kinder für uns. Von Team „Wüstenstern“ gab es einen neuen Schulbus da der alte etwas in die Jahre gekommen ist. Außerdem ist der VW T4 aus Dietenhain bestückt mit allerlei Ersatzteilen, die dem VW T4 der „Zwei lustigen Drei“ im Niemandsland zwischen Marokko und Mauretanien entnommen wurden.

 

Die Teams „Miriquidi goes Africa“ übergab Buba dem Schulleiter einen Scheck. Die 2300 Euro sollen Kindern zu Gute kommen, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können.

 

Team „Südliche Weinstraße“ hatte ebenfalls eine größere Summe im Gepäck. Ein kleines Dorf in der Pfalz (Niederhorbach) hat gesammelt und die stattliche Summe von 10.000 Euro ist zusammen gekommen. Das Geld soll ein neues Gebäude auf dem Schulgelände finanzieren. Außerdem im Gepäck hatten sie einen Stein aus ihrem Dorf, der am Samstag direkt vor Ort als Grundstein in die Mauer des entstehenden Schulgebäudes eingefügt wurde.

 

Bevor wir zum Strand aufbrachen zeigten einige Kinder den Rallyfahrern ihre Schulklassen und andere spielten auf dem Schulhof Fußball. Eine kleine Einstimmung auf das später stattgefunden Fußballspiel.

 

Am Montag besuchten wir eine weitere Schule. Die Interior Academy (auch "Charlie" genannt nach ihrem Maskottchen einem Krokodil) wurde ursprünglich als Nurseryschool für die Kinder der exekutiven Behörden (Polizei etc.) gegründet. Aber auch hier werden bereits Schüler der Primary unterrichtet. Und die Schule ist natürlich für alle Kinder offen (Kinder der Polizei etc. bezahlen ein geringeres Schulgeld).

 

Das besondere an dieser Schule ist die Integration behinderter Kinder. Ziel ist es das die Kinder den respektvollen Umgang miteinander lernen. Für die behinderten Kinder ist die Schule ein Segen, denn sie bekommen das erste Mal das Gefühl, nicht allein auf der Welt zu sein und ernst genommen zu werden. In Gambia schämen sich viele Leute für ihre behinderten Kinder und so bleibt denen die Möglichkeit einer schulischen Bildung verwehrt.

 

Auf dem Schulgelände der Interior Academy ist ebenfalls ein neues Schulgebäude im Entstehen. Initiator ist ein vor ein paar Jahren entstandener Verein - Hachenburger Frischlinge. Damals entstand die Idee mit drei Fahrzeugen bei der Rallye teilzunehmen und bis dahin genug Geld zu sammeln, um das Gebäude komplett zu finanzieren. Bis heute sind 50.000 Euro zusammengekommen.

 

Im Anschluss besichtigten wir die Lehrwerkstätten. Ein Kraftfahrzeugreparaturwerkstatt und eine Schreinerei befinden sich neben dem „Blue Kitchen“. In dem DBO Restaurant können Gambier das Gastronomische Handwerk erlernen. Nebenan gibt es eine Bäckerei.

Von hier geht auch die erste Armenspeisung in Gambia aus. Das Ziel die Armenspeisung allein aus den Erlösen im Restaurant zu finanzieren wurde schon fast erreicht.

 

Die Teams „Miriquidi goes Afrika“ haben dem Blue Kitchen etwas Geld überreicht, um die Beseitigung der Schäden nach der letzten Regenzeit zu unterstützen.

Von den Teams „Wüstenkoggen“ gab es einen Scheck für das Müllprojekt und einen für die Schreinerei.

 

Abseits der DBO-Projekte haben einige Team noch ihre kleinen privaten Projekte. Zum Bespiel eine Schule („Desert Champions“) oder einen Fußballverein („Desert Taxis“).

Manche Teams haben sich auch einfach eine kleine Familie gesucht, die sie mit Sachspenden unterstützen.

 

Mehr zu den verschiedenen Projekten unter www.dbo-online.org.

 

Nachdem wir eine Woche lang mit offenen Augen durch einen kleinen Teil von Gambia, von Afrika "gelaufen" sind, wissen wir das unsere Hilfe wirklich nötig ist. Bei den Projektbesichtigungen konnten wir uns vergewissern das unsere Hilfe auch ankommt.

Natürlich können wir nicht allen helfen. Aber irgendwo muss man anfangen und das haben wir getan. Wir haben die Welt nicht gerettet. Wir haben aber vielleicht einen winzigen Teil dazu beigetragen die Welt etwas besser zu machen.

 

Zum Schluss noch einen riesigen Dank an alle Rallyepiloten der 25igsten Rallye Dresden-Dakar-Banjul (Danke auch an alle ehemaligen und zukünftigen Rallyeteilnehmer). Ohne Euch wäre diese Rallye nicht das was sie war, ist und hoffentlich weiter sein wird.

 

(Danke auch an alle Rallyetagebuchleser von mir persönlich.)

 

PS: Ein großes Dankeschön geht auch an die vielen kleinen Helfer unterwegs: Daniel in Marokko, Saleck in Mauretanien und Mustapha von der DBO an der senegalesischen und gambischen Grenze. Und natürlich Danke an Heinz, Aaron und Marion von der DBO (einschließlich aller Mitarbeiter) an die hervorragende Organisation in Gambia.

 

Taschen-PS: Hier kann man diese kaufen: https://kaffee-peter.de/shop/Stofftasche-Gambia_1


 

Foto-Galerie

Video-Tagebuch



Kommentare: 5

Kommentar von Mario - Miriquidi goes Africa // 29.03.2018

Hallo Peggy, Dir als erstes ein großes Dankeschön für all Deine Beiträge sowie Danke an alle Fotografen die Dich hier unterstützt haben. So konnten die Daheimgebliebenen alles mitverfolgen. Teilweise fühlte man sich direkt dabei. Einfach toll was die Rallye bewirkt hat. Weiter so und allen ein schönes Osterfest.

Kommentar von Frank Bartzsch // 29.03.2018

Toll gemacht, supi – allen Beteiligten ein großes Lob. Gratulation zur Versteigerungsgesamtsumme von 130.000 Euronen und Bravo zum 1:0 :) Kommt ja auch nicht so oft vor dass man gegen die Gambia Elf gewinnt ;-)
Das Tagebuch war wie immer schön locker flockig zu lesen und tolle Bilder – danke Peggy, Applaus-Applaus! – auch an die Orgs (wie immer) gute Arbeit geleistet :-)
Bis neulich!
Franky & Co.
Ps. Beste Grüße an die beiden Wüstenblitze Blau und Magenta, sowie an Heiko und Onkel Thomi, die beiden Ostblock-Customs – wir freuen uns aufs Wiedersehen!

Kommentar von Uli // 29.03.2018

Danke euch für die suuuper Berichterstattung und die schönen Fotos. Bekomme wieder Lust, mitzumachen. Gute Heimreise und frohe Ostern euch Allen

Kommentar von Norbert Haimerl // 29.03.2018

Vielen Dank an die tolle Berichterstattung von der ganzen Rally.So konnten auch die Angehörigen alles gut bildlich Verfolgen. Super Sache eine absolut gelungene Rally Danke Danke:-)

Kommentar von Frank Bartzsch // 30.03.2018

Ebenfalls noch ein großes Lob an Heinz und alle Mitarbeiter Vorort, welche die Hilfsprojekte organisieren und realisieren – Hut ab Leute!!!
Weiter so und Frohe Ostern Euch allen!

Einen Kommentar schreiben
 
Was ist die Summe aus 7 und 4?