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7.Etappe: Marrakech - Aglou Plage

Einige Teams hatten schon gestern mit dieser Aufgabe begonnen und waren bereits auf dem Weg nach Tafraout im Antiatlas.

 

Ein großer Teil der Teams, die letzte Nacht (oder auch schon die vorhergehende) in Marrakech übernachtet hatten, wollte heute ebenfalls nach Tafraout um die „Blauen Felsen“ zu bestaunen.

 

Jean Vérame, ein belgischer Künstler, bemalte (bzw. lies bemalen) 1984 bei Tafraout einige Felsen mit blauer Farbe. Warum er das tat, wird er wohl nur selber wissen.

 

Mit einer besonderen Mission wollten auch die „Anulu“-Teams dort hin.

 

Aber ob und wie, war heute am Morgen noch völlig unklar. Mit ihrem schwächelnden Mercedes 190E war die Fahrt über den „Tizi ń Test“ auf 2100 Meter Höhe unmöglich zu bewerkstelligen.

Also verbrachten sie wieder mal unzählige Stunden in einer Werkstatt.

Heiko von Team „Ostblock Customers“ hatte ja gestern noch spätnachts eine mögliche Fehlerquelle gefunden und so wurde diese heute als erstes beseitigt. Der gerissene Schlauch für die Kurbelgehäuseentlüftung und das Leerlaufregelventil wurde ersetzt (nachdem ein passender Schlauch gefunden wurde) und Zündkerzen gewechselt.

 

Leider bestand das Problem - Leistungsverlust und extrem hoher Spritverbrauch - danach noch immer. Es wurde weiter Ursachenforschung betrieben.

Zum Schluss war es eigentlich ganz simpel, nur wissen muss man es. Der fehlende Auspuff war der Übeltäter. Irgendwo in Portugal war dieser abgefallen und genau seit diesem Zeitpunkt wollte der Mercedes auch nicht mehr so richtig flott rollen.

 

Spät nachmittags konnten die „Anulu“- Teams dann endlich flott nach Tafraout rollen. Schließlich schleppten sie jede Menge orange Farbe mit sich herum. Was sie damit wohl vorhaben?

 

Team „Spätzle Express 2.0“ hatten ebenfalls eine erschwerte Reise über den Atlas.

Ihr Mazda hatte plötzlich Probleme beim Bremsen. Wenn man über Serpentinen hoch und runter ein Gebirge bezwingen will sind funktionierende Bremsen nicht ganz unerheblich. Zum Glück hatten sie ein zweites „Spätzle Express“ - Team dabei und so konnten sie bis in eine Werkstatt geschleppt werden, wo die Bremsen wieder fit gemacht wurden.

 

Team „Brütten Banjul“ hatte gemeinsam mit der „Südlichen Weinstraße“ versucht das Atlasgebirge großräumig zu umfahren. Im Hinterland von Agadir retteten sie eine Schildkröte und als „Dank“ wurden sie später von der örtlichen Polizei um 150 Dirham erleichtert wegen einer winzigen (8 km/h) Geschwindigkeitsüberschreitung.

 

Aber unabhängig davon wissen wir ja - ORG Torsten sei Dank - über den Atlas müssen wir alle!

 

Jedoch Möglichkeiten gibt es viele und so wählten einige Teams auch die Route durch das Paradise Valley.

Für Team „Miriquidi goes Africa 3“ waren die ersten steilen Serpentinen jedoch zu viel. Der VW-T4 wurde zu heiß und fing an zu tropfen. Die Vermutung - ein defektes Thermostat.

Um das Heißlaufen des Motors zu vermeiden wurde der Lüfter direkt an die Batterie geklemmt, wodurch er gezwungen war im Dauerbetrieb zu laufen.

Karl wollte kein Risiko eingehen und so rollte er die Serpentinen zurück um auf der Autobahn so schnell und so einfach (geringe Steigungen) wie möglich nach Agadir in eine Werkstatt zu kommen.

Dort stellte sich heraus: es tropft kein Wasser, sondern Diesel! Leider wäre in der dortigen Werkstatt eine Reparatur frühestens Montag möglich.

Also muss Team „Miriquidi goes Africa 3“ erst mal so weiter fahren, bis eine Werkstatt gefunden wird die sofort helfen kann.

 

Die restlichen Teams der „Paradise-Valley-Reisegruppe“ setzten ihren Weg fort. Kurze Zeit später wurde die Reisegruppe durch einen unfachmännisch reparierten Ladeluftschlauch (WC-U-Abflussrohr wurde als Schlauchersatz genutzt) gestoppt, der fachmännisch repariert wurde ( Panzertape).

 

An dieser Stelle fand die Fahrt der Reisegruppe „Paradise-Valley“ ein jähes Ende. Ein Teilstück der Straße wäre angeblich unpassierbar. Eine vorbei fahrende Ambulance (natürlich ohne Patient) wurde angehalten und die versammelten Rallye-Teams lernten die wahre Hilfsbereitschaft der Marokkaner kennen.

Es wurde herum telefoniert (in deutsch, englisch und französisch), Skizzen gemalt, Pläne gemacht und verworfen, diskutiert und wieder telefoniert.

Aber es führte wohl kein Weg vorbei. Das Paradies war für die Rallyefahrer heute geschlossen. Es musste zurück gefahren. Und über die alte N1 ging es in Richtung Agadir.

 

Ab morgen gibt es für alle Rallyefahrer nur noch eine Richtung (und eine Straße). Auf nach Laayoune, Dakhla und weiter gen Süden...

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