39. Rallye Dresden-Dakar-Bamjul - Tag14&15: Allein in der Sahara

In der vergangenen Nacht hatten wir noch in der Ferne die Lichter einer Stadt gesehen. Nun entfernten wir uns langsam von jeglicher Zivilisation. Nur ein paar Kamele teilten noch die Weite der Wüste mit uns. Langsam war der Sand so ziemlich überall. In jeder Pore, in den Haaren, zwischen den Zähnen und in jeder Ritze unserer Rallye-Fahrzeuge sowieso. Wir hoppelten über Grasbüschel, suchten uns den Weg um Dünen herum und ab und zu auch darüber. Wir schwitzten (manchmal) am Tage und froren (eigentlich immer) in der Nacht. Wir holten uns den ersten Sonnenbrand des Jahres. In der Nacht bewunderten wir den Sternenhimmel einschließlich der Milchstraße.

Probleme mit diversen Kühlern verfolgten uns irgendwie. Denn auch am zweiten Tag in der Wüste tropfte es schon kurz nach dem Start unter der Mercedes E-Klasse von Team „Project Zwei-Eins-Null“. Diesmal half jedoch bereits etwas Kühlerdicht, und es konnte weitergehen.

Die „Wüstenschirme“ waren die Nächsten mit ‚Undichtigkeiten‘: Unter ihrem Citroën Jumper versickerte Kühlflüssigkeit im Sand. Also wurde die Mittagspause vorverlegt. Während die Schrauber sich ans Werk machten – der Kühler musste geklebt werden – bildete sich schon wieder eine Schlange am ‚Eiswagen‘ vom „A-Team“. Der Kaffee (wahlweise Cappuccino oder Latte Macchiato) von Team „Jagged Allianz“ fand ebenfalls reißenden Absatz.

Nach der Mittagspause und erfolgreicher Reparatur kämpften wir uns weiter durch den Sand der Sahara. Es gab weitere Verzögerungen durch diverse Einsandungen – nicht immer wären sie nötig gewesen (Schabernack auf den Dünen). Kurz vor dem Erreichen des Nachtlagers musste noch ein Reifen gewechselt werden (Team „Jam Jam & Julien“).

Am Abend wurden alle von Team „Aachener Wüstenfüchse“ zu einem Filmabend eingeladen.

Und auch tief in der Nacht waren hier und da noch Lachen und leise Stimmen zu hören.

Die ersten Kilometer am nächsten Tag hatten es in sich. Zahlreiche kleinere Dünen stellten sich uns in den Weg. Im tiefen Sand blieb so manches Rallye-Fahrzeug stecken und musste herausgezogen oder geschoben werden – manchmal auch beides gleichzeitig. Zu allem Überfluss hatte es auch noch zu regnen begonnen.

Als nächstes standen uns noch drei langgezogene Dünen im Weg, durch die sich jedes Team einzeln – also mit genügend Abstand zueinander – durchkämpfen musste. Das klappte zunächst sehr gut.

Nach der zweiten langgezogenen Düne passierte es jedoch: Der nächste Kühler meldete sich zu Wort. Wieder einmal musste ein Kühler ausgebaut, geklebt und wieder eingebaut werden. Und wieder einmal musste die Mittagspause vorgezogen werden.

Während am Opel Zafira von Team „Arrakis“ geschraubt wurde, öffneten erneut der Eiswagen und die rollende Kaffeebar ihre Pforten.

Nach der Zwangspause musste noch über eine letzte lange Düne gefahren werden. Langsam rannte uns auch die Zeit davon. Einige hatten sich schon auf ein Bad im Atlantik gefreut, um sich den Wüstensand abzuspülen. Als jedoch mehrere Fahrzeuge erneut im Sand feststeckten, war klar: Das schaffen wir nicht.

Wenig später streikte auch der Opel Zafira (Team „Arrakis“) wieder. Diesmal war es der Keilrippenriemen. Das Nachtlager erreichte der Opel nicht mehr aus eigener Kraft: Er musste abgeschleppt werden.

Wir hatten es zwar nicht an den Atlantik geschafft, aber fanden ein schönes Plätzchen zwischen mehreren kleinen Dünen.

Und es war vor der Dunkelheit noch Zeit für Spiel und Spaß im Sand.

Team „Tannenzäpfle“ versuchte, ihren Mercedes W210 wieder aus dem Sand zu graben (musste später aber doch noch herausgezogen werden), und Eric (Team „0-8-5 er 1“) verwechselte den Sand mit Schnee.

Später gab es Lagerfeuerromantik und Feuerwerk. Angeblich wurde noch bis spät in die Nacht gefeiert, getrunken und getanzt.

PS: Heute gibt’s  wieder zwei Galerien mit unendlich vielen Fotos.

Galerie Eins:

Galerie Zwei:

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39. Rallye Dresden-Dakar-Banjul - Tag 13: Versteckte Düne - Outdoorcamp Dünen/Felsquerung