39. Rallye Dresden-Dakar-Banjul - Tag 17: Ruhetag in Nouakchott
Endlich Ruhetag, diesmal in Nouakchott.
Zunächst galt es, den Wüstensand von der Haut zu „kratzen“ und aus den Fahrzeugen zu fegen. Ein bisschen entspannen und wieder Kontakt zur Welt via Internet aufnehmen.
Und natürlich die Stadt erkunden.
Eine Stadt wie keine. Eine Stadt, auf die man sich einlassen muss. Dann entdeckt man eine faszinierende Mischung aus Wüste, Atlantikküste und lebendiger Alltagskultur.
Viele zog es heute zum Kamelmarkt, vielleicht auf der Suche nach einem alternativen Fortbewegungsmittel, falls das eigene Rallye-Fahrzeug versagt.
Hier drängen sich Händler, Käufer und neugierige Besucher zwischen den Tieren. Die Kamele kauern ruhig im Sand, ihre langen Hälse bewegen sich träge, während sie das geschäftige Treiben beobachten und ihrerseits begutachtet werden. Doch nicht nur Kamele werden hier gehandelt, sondern auch andere Tiere. Und über allem liegt ein schwer zu beschreibender Geruch aus Staub und Tieren.
Auch der Fischmarkt am Hafen „Port de Pêche“ war heute ein beliebtes Ausflugsziel – Voraussetzung war ein stabiler Magen.
Es herrscht hier ein beeindruckendes Durcheinander aus Rufen, Möwen und geschäftigem Treiben. Die bunten Fischerboote (Pirogen) kehren vom Fang heim, und der frische Fisch wird direkt vor Ort verkauft.
Ein weiterer sehenswerter Markt, der unbedingt einen Ausflug wert ist, ist der „Marché Capitale“. Hier taucht man mitten in das alltägliche Leben ein: Gewürze, Stoffe, Kunsthandwerk und Lebensmittel – eigentlich alles – werden angeboten. Es herrscht das pralle Leben.
Die Stadt wurde von den meisten Teams per Taxi oder mit dem eigenen Fahrzeug erkundet. Schon das war ein Erlebnis für sich. Da konnte es auch passieren – aufgrund von Sprachbarrieren –, dass man in irgendeiner „finsteren“ Straße landet.
Überhaupt liegen in Nouakchott Armut und Wohlstand eng beieinander.
Nicht zuletzt hat Nouakchott auch für Freunde des Automobils viel zu bieten: Neben einem schicken neuen SUV steht ein schrottreifes Taxi. Dazwischen wuseln die Tuk-Tuks herum, und ein paar rostige alte Rundhauber bahnen sich ihren Weg.
Einziger Pflichtpunkt heute war, mit dem Auto zur nächsten Tankstelle zu fahren, um für die nächste Etappe gerüstet zu sein – oder wahlweise noch vorhandene Kanister ins Auto zu kippen.
Für Team „Arrakis“ bestand der einzige Pflichtpunkt darin, den Opel Zafira reparieren zu lassen. Nach langem, erfolglosem Warten auf den zum Hotel bestellten Mechaniker wurde schließlich eine Werkstatt gesucht und gefunden. Der Opel bekam einen neuen Keilrippenriemen und einen neuen „alten“ Kühler, wobei erst der zweite Versuch erfolgreich war. Am späten Abend war das Fahrzeug dann wieder fahrbereit.
