38. Rallye Dresden-Dakar-Banjul - Tage des Sandes!
Dieser Text wird sich stellenweise wie ein Tagebuch aus einer Reparaturwerkstatt anhören – dabei spielte sich all das im Sand der Sahara ab.
Nach der mauretanischen Einreise machten wir uns auf den Weg zur sogenannten „versteckten Düne“, in deren Schatten wir unsere erste Nacht unter dem Sternenhimmel der Wüste verbringen wollten. Schon auf der Anfahrt dorthin gaben ein paar Kühlerschläuche am Skoda Octavia des „Springfield Racingteam 3“ ihren Geist auf – vermutlich geplatzt vor Altersschwäche. Mit neuen Schläuchen und etwas Improvisation mithilfe eines Kugelschreibers war das Problem aber schnell behoben.
Im Übernachtungslager zeigte sich dann, dass der Kühler des „Frosch“ (VW T4 des Teams „From Bautzen to Banjul“) undicht war. Auch hier musste Hand angelegt werden: Der Riss wurde mit Zweikomponenten-Flüssigmetall geklebt.
Da der Grenzübertritt extrem schnell verlaufen war, blieb uns noch reichlich Tagesfreizeit. Team „Quenstedter Dustboys“ nutzte die Gelegenheit für ein wenig Spaß mit dem Motorrad auf der Düne, während andere sie lieber zu Fuß erkundeten.
Auf speziellen Wunsch der sechs „Gruam Goes Africa“-Teams wurde der nächste Morgen etwas ausgedehnt. Sie hatten sich vorgenommen, einmal in der Wüste ein zünftiges Weißwurstfrühstück – mit allem, was dazugehört – zu genießen.
Nach kurzen Startproblemen (leere Batterie) am Service-Mercedes fuhren wir anschließend noch ein paar Kilometer auf der RN2, der Teerstraße Richtung Nouakchott, bevor wir endgültig für die nächsten Tage im Sand verschwanden. Briefing, Reifendruck verringern, kurz ausruhen und stärken – dann begann der Spaß im Sand.
Aber schon bremste uns das nächste Kühlerproblem aus. Diesmal war der Opel Astra von Team „Gruam Goes Africa 1“ betroffen. Hier wurde der undichte Kühler ebenfalls geklebt.
Team „Gruam Goes Africa 3“ sorgte schließlich etwas früher als geplant für unser zweites Nachtlager in der Wüste. Ihr Opel Astra hatte ein Problem mit der Kurbelgehäuseentlüftung: Zu viel Druck im Kurbelgehäuse. Ein gekappter Schlauch sollte das Problem lösen – und tat es auch, wie eine ausgiebige Testfahrt bestätigte.
Der folgende Tag verlief zunächst lange problemlos. Wir düsten fröhlich durch sandige Passagen – mit nur wenigen Einsandungen, wie die Einsandeliste beweist – sowie über geröll- und kiesbedeckte weite Flächen. Irgendwann legten wir eine ausgedehnte Mittagspause ein. Danach ging die wilde Fahrt weiter.
Die nächste Zwangspause kündigte sich durch eine gebrochene Dieselpumpe an Marios Skoda Octavia an. Vollgetankt, damit genug Kraftstoff nachfließen konnte, sollte es aber bis zum Abend weitergehen.
Und erneut waren es die „Gruam Goes Africa“-Teams, die entschieden, wann und wo der Abend begann: Der BMW 530 von Team „Gruam Goes Africa 4“ verlor plötzlich massiv Kühlwasser. Rasch stellte sich heraus, dass der Kühlwasserausgleichsbehälter undicht bzw. abgebrochen war.
Im Nachtlager wurde dann auch die Dieselpumpe aus Marios Octavia „operiert“ und repariert. Weitere kleinere „Baustellen“ beschäftigten die Kfz-Experten bis tief in die Nacht, während andernorts ein Dromedar bewundert wurde und die ersten Lagerfeuer aufflackerten. Der Abend endete – wie so häufig – „in Bayern“.
Am nächsten Morgen mussten wir zwei lange Dünen passieren. Dazwischen wurden einige Unterbodenbleche zurechtgebogen (Team „Springfield Racingteam 3“) oder abmontiert (Team „Gallus“). Einige Plastikteile hielten der rasanten Fahrt nicht stand, und der reparierte Kühlwasserausgleichsbehälter des BMW 530 (Team „Gruam Goes Africa 4“) war erneut undicht und wurde ein weiteres Mal geflickt.
Nun war es eigentlich nicht mehr weit bis zu unserem Nachtlager am Atlantik. Alle freuten sich schon auf ein erfrischendes Bad im Salzwasser. Doch ein gebrochener Dreiecklenker kam uns dazwischen. Der BMW 320 von Team „Gruam Goes Africa 6“ musste so weit repariert werden, dass er wenigstens bis Nouakchott rollen konnte. Mehrere Ringschlüssel, Spanngurte, Gewindestangen, ein halbzölliges Rohr, Gummis und natürlich geballtes Expertenwissen machten dies möglich. Und die Frage, wie viele „Schrauber“ in einen Radkasten passen, ist nun ebenfalls geklärt.
Wie bereits berichtet verbrachten wir dann doch noch eine Nacht am Strand – oder genauer gesagt in seiner unmittelbaren Nähe – bis wir nach fünf Tagen voller Entbehrungen (🤪), vieler neuer Geschichten und Erfahrungen schließlich Nouakchott erreichten.
PS: Auf dem Weg zum Strand musste der „Frosch“ erneut an den Haken – wieder eine undichte Spritleitung und akuter Kühlwasserverlust. Doch diese Reparaturen konnten bis Nouakchott warten.
PSS: Auf dem Weg zur Grenze Marokko/Mauretanien trafen wir übrigens Sascha aus Düsseldorf der zu Fuß nach Südafrika unterwegs ist. Falls ihr ihn seht bitte gern anquatschen - er freut sich über jedes nette Gespräch mit Reisenden.
